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Yoga ist mehr als Körperübung.
Yoga ist Haltung und Verantwortung sich selbst und seiner Umwelt gegenüber. Das gelingt nur in stiller, kontemplativer Gesinnung, in dem Glauben von einem Höheren angenommen und gehalten zu sein.'
 
-Roswitha Maria Gerwin

 

 

 

 

 

 

 



 

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Gedanken und Gedichte zur Jahreszeit

Vom 'Goldenen Oktober' zum 'Grauen November'

 Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: Es ist in allen. Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Diese Rilke-Zeilen beschreiben nicht nur Herbstzeitliches, sondern symbolisieren auch innere Zustände, die wir kennen. Es liegt darin die Melancholie des Abschieds und der Schmerz des Loslassens – besonders wenn ein Nahestehender gestorben ist. Zuletzt siegt im Gedicht jedoch der Trost, aufgehoben und von einer höheren Kraft geborgen zu sein.
Es ist, als hätte der Dichter in diesen kurzen Zeilen einige Stationen des menschlichen Lebens aufzeigen wollen, die uns im Herbst stets näher sind als sonst irgendwann. Nicht nur die Bäume lassen ihre Blätter los, sondern auch wir erleben manche Abschiede, denen das Loslassen inne wohnt. 

Das Loslassen ist unser schwerster Beitrag in der Lebensbewältigung. Auch im Yoga hat das Loslassen einen großen Stellenwert. Immer wieder wird beschrieben, welche wesentlichen Veränderungen des Geistes sich einstellen, wenn das Loslassen auf allen Ebenen möglich geworden ist.

Mein Lehrer, der Benediktiner Willigis Jäger, sagte einmal: Im Grunde üben wir ein Leben lang nur das Loslassen.
Dieser Prozess ist oft so schmerzlich, dass wir Zuwendung und manchmal auch professionelle Hilfe brauchen.

In den grauen Novembertagen steigt oftmals ein dunkles Erinnern aus unserem eigenen Bewusstsein auf und Tränen fließen... 
Der Dichter Hermann Hesse hat jedoch am Ende  seines bekannten Stufengedichts eine hoffnungsvolle Formulierung gefunden, wo es heißt: '… Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Ufern jung entgegensenden, des Lebens Ruf an uns wird niemals enden... wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!' 

'Lege dein ganzes Handeln Gott zu Füßen...' so oder ähnlich heißt es  in  einigen Weisheitsschriften bei bedeutenden Heiligen. In den Herbstmonaten, September,  Oktober und November, den Namenstagen großer heiliger Frauen, können wir dergleichen im Vertrauen aufnehmen. Dafür stehen  besonders Hildegard von Bingen, Teresa von Avila, Hedwig von Schlesien und Elisabeth von Thüringen.
Aber auch Nikolaus von Flüe aus der Schweiz, der alles losließ und sich vertrauensvoll dem Nichts und daher Gott überließ, hat uns viel zu sagen, vor allem, was die Stille betrifft, die wir langsam einüben wollen. (R. M. Gerwin).


Dreifache Wege im Spiegel einer aufgehenden Blüte

Der Mystiker Meister Eckhart beschreibt drei Lebenszustände, die wir auch mit unserem Lebensweg vergleichen können:

„Dass ein Mensch ein ruhiges Leben in Gott hat, das ist gut.
Dass ein Mensch ein mühevolles Leben mit Geduld erträgt, das ist besser.
Dass man aber Ruhe hat im mühevollen Leben, das ist das Beste.“

  Diese 3 Zustände habe ich auch mit dem Öffnen einer Blüte im Frühling verglichen:
  In der Knospe ruht noch alles, wie beschützt. Die aufgehende Blüte ist im Übergang  -im Wandel- und daher Vielem ausgesetzt.
  Die ganz geöffnete  Blüte fragt nicht mehr. Die Entscheidung zum Öffnen ist gefallen. So ganz geöffnet ist sie nun allem ausgesetzt,
  auch  Sturm und Regen. Und natürlich auch der Sonne, die ich hier mit der göttlichen Bestimmung in Vergleich setze, denn
  das Verwelken einer geöffneten Blüte folgt bald.  Ich kenne Kreuze, die keinen Korpus, sondern eine geöffnete Blüte im Mittelpunkt
  tragen, als Zeichen des Todes und der bevorstehenden Auferstehung.

  Praxis:
  Die Knospe
  Forme die Hände zu Fäusten und drücke sie fest zusammen. Stelle dir vor, deine Fäuste seien zwei Knospen,
  die sich ganz langsam im Sonnenlicht bis zur Blüte öffnen. Öffne, wie unter Druck, ganz langsam die Hände.
  Bleibe noch ein wenig als halb geöffnete Blüte und öffne dann die Hände weit, mit gespreizten Fingern.
  Halte dabei für einige Augenblicke, in der offenen Blüte, die Spannung. Schließe nun langsam, wie mit Gegendruck zur halben Öffnung
  und dann erneut zur Knospe, mit zusammengehaltenen Fäusten. Wiederhole diesen Vorgang mehrmals.

  Wirkung:
  Diese Übung hält die Finger elastisch, regt die Durchblutung in den Fingern und Händen an, lockert steife Finger und beugt Schmerzen
  in den  Fingergliedern vor, dehnt die Sehnen und harmonisiert die Handmeridiane.
  I
m Besonderen wird die Aufmerksamkeit und Konzentration für Yoga- und Atemübungen geschult, sowie für Kontemplation und
  Meditation,gleich welcher Ausrichtung.

 

Wer könnte atmen ohne Hoffnung,
dass auch in Zukunft Rosen sich öffnen

-Rose Ausländer-

 
 

 

 


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